Der Deutsche Schäferhund im Einsatz

Als Polizeinhund

Warum wird ein Polizeidiensthund eingesetzt?

Sinn und Zweck des Polizeidiensthundewesens ist den operativen Exekutiveinheiten ein effizientes, wirksames und kontrollierbares polizeiliches Einsatzmittel - POLIZEIDIENSTHUND - beizustellen.

Das Mitführen und Einsetzen des Polizeidiensthundes (kurz: PDH) minimiert das Risiko für die einschreitenden Polizeibediensteten und ist somit ein wertvoller Bestandteil der Eigensicherung .

Durch die Besonderheiten in der Anatomie und in der Struktur der Hundenase (Makrosmat) - das Geruchsorgan des Hundes besitzt ungefähr 225 Millionen (Mensch 5 Millionen) Riechzellen und eine Riechfläche von ca. 200 cm2 (Mensch 5 cm2) -  ergeben sich gravierende Vorteile, welche durch gezielte Ausbildung genützt werden.

Mit dem Einsatz von PDH wird eine erhebliche Einsparung von Zeit und Ressourcen in den verschiedensten Situationen erreicht, und zwar im Vergleich zum Einsatz von Menschen oder technischen (Mess-)Geräten.

Polizeidiensthunde sind exekutive Einsatzmittel zur:  

    • präventiven und repressiven Kriminalitätsbekämpfung,
    • Verwendung im „Großen Sicherheits- und Ordnungsdienst (GSOD)“ und
    • Durchführung von Such-, Hilfs- und Rettungsaktionen.
      BMSH Gerry1 Mittel

 

Schutzhund

Der Schutzhund ist trainiert über Kommando des Polizeidiensthundeführers (kurz: PDHF) als waffenähnliches Einsatzmittel im Sinne des WGG 1969 eingesetzt zu werden. Darüber hinaus beinhaltet das Training auch den Einsatz des PDH mit Maulkorb nach dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit.

Operative Einsatzmöglichkeit - Nutzen

Herstellung der Flucht- Angriffs- und Widerstandsunfähigkeit.

Stöberhund

Der Stöberhund ist trainiert, verborgene Personen im Freien und in Gebäuden zu suchen und dem PDHF anzuzeigen. Darüber hinaus beinhaltet das Training die Suche nach weggeworfenen oder verlorenen Gegenständen, denen frischer menschlicher Geruch anhaftet.

Operative Einsatzmöglichkeit - Nutzen

        • Auffindung von Personen in Gebäuden und im Freien, wie z.B.:  
              • versteckten Straftätern,
              • verirrten (und abgängigen?) Menschen,
        • Auffindung von Gegenständen, wie z.B.:  
              • Tatmitteln (Waffen), 
              • Tatwerkzeugen,
              • Tatobjekten (Diebsgut, Raubgut etc.).

Durch Einbeziehung des Stöberhundes bei Durchsuchungen in Gebäuden und in Freigeländen können die Gefahren beim Einschreiten für die eingesetzten Exekutivkräfte herabgesetzt werden.

SuchtmittelspürhundBMSH Gerry3 Mittel

Der Suchtmittelspürhund ist trainiert, Suchtgifte, psychotrope Stoffe und Drogenausgangsstoffe zu erkennen und dem PDHF anzuzeigen.

Operative Einsatzmöglichkeit – Nutzen

Zeit und Ressourcen sparende Unterstützung bei der Durchsuchung von Räumlichkeiten, Fahrzeugen, Behältnissen und Freiflächen im Sinne der strafprozessualen Ermittlungstätigkeit im Drogenmilieu. 

Fährtenhund

Der Fährtenhund ist nach der Grundausbildung in der Lage, einer durch einen Menschen verursachten Spur in Wiese, Feld, Wald, aber auch Grünflächen im urbanen Bereich zu folgen. Vom Spuren/Fährtenverursacher weggeworfene oder verlorene Gegenstände werden vom PDH angezeigt.

Operative Einsatzmöglichkeit - Nutzen

Ausgehend von einem bekannten Abgangspunkt (z.B. Fahrzeug, Kleidungsstück, Fußabdruck) des Fährtenverursachers können solche Hunde noch Stunden nach der Tatzeit erfolgreich dieser Fährte folgen.

Spezialfährtenhund

Der Spezialfährtenhund wird aus dem Pool der Fährtenhunde selektiert und in einem Speziallehrgang darauf trainiert, den Gerüchen der Bodenverletzung und des Individualgeruches des Fährtenverursachers auch auf befestigtem Untergrund (Schotterstraße, Asphaltstraße, Wege in Parkanlagen, etc) zu folgen. Zusätzlich wird beim Spezialfährtenhund durch intensives Training die Fährtenlänge, sowie die Zeitspanne zwischen Tatzeit und Einsatz des PDH erweitert.

Operative Einsatzmöglichkeit – Nutzen

Der Spezialfährtenhund ist eine weitere Möglichkeit für den Einsatz eines PDH. In der Praxis heißt das, dass dieser PDH auch dann eingesetzt werden kann, wenn kein konkreter Abgangspunkt der Zielperson bekannt ist, von ihr aber z.B. Kleidungsstücke oder andere mit ihrem Geruch behaftete Gegenstände aufgefunden worden sind.

 

Leichen- und Blutspurenspürhund

Der Leichen- und Blutspurenspürhund ist darauf trainiert, Leichen, Leichenteile und Blut zu erkennen und dem PDHF anzuzeigen. In einem Spezialtraining wird die Suche im Freien (z. B. Vergrabungen, Aufhängungen an Bäumen, kleinste Blutspuren auf verschiedensten Untergründen), in Gebäuden (z. B. Einmauerungen, Verbergungen unter Müll, kleinste Blutspuren), in Fahrzeugen (Nachweis des Transportes von Leichen, Leichenteilen und Anhaftungen von Blutspuren) durchgeführt. Weiters wird die Suche von Leichen und Leichenteilen auf Gewässern trainiert.

Operative Einsatzmöglichkeit – Nutzen

Zeit und Ressourcen sparende Unterstützung im Sinne der strafprozessualen Ermittlungstätigkeit nach Gewaltverbrechen und Unfällen.

Der Blutspurenspürhund dient lediglich zur Lokalisierung von für das menschliche Auge nicht wahrnehmbaren Blutspuren und nicht zur Verfolgung einer Person, die eine solche Spur hinterlassen hat.

Sprengstoffspürhund

Der Sprengstoffspürhund ist trainiert, gewerbliche und militärische Sprengstoffe, sowie Waffen und Munition (abgeschossene  Projektile und Patronenhülsen) zu erkennen und dem PDHF anzuzeigen.

Operative Einsatzmöglichkeit – Nutzen

Zeit und Ressourcen sparende Unterstützung: 

        • bei präventiven Durchsuchungen zur Durchführung von Großveranstaltungen im Rahmen des Großen          Sicherheits- und Ordnungsdienstes (kurz: GSOD),
        • zum Schutz gefährdeter Personen,

sowie aufgrund von multilateralen Verpflichtungen:

        • zur Terrorbekämpfung,
        • zur Flugsicherheit und
        • zur Absicherung bei Staatsbesuchen.

In akuten Bedrohungsfällen:

        • Bombendrohungen und
        • im Sinne der strafprozessualen Ermittlungstätigkeit bei Gewaltverbrechen und
        • Unfällen mit Sprengmitteln.

          BMSH Gerry2 Mittel

Brandmittelspürhund

Der Brandmittelspürhund ist trainiert, Brandbeschleuniger, sowie  Reste von Brandbeschleunigern im Abbrand und Spuren von Brandbeschleunigern auf Kleidungsstücken von Tatverdächtigen zu erkennen und dem PDHF anzuzeigen. 

Operative Einsatzmöglichkeit – Nutzen

Zeit und Ressourcen sparende Unterstützung für die Brandermittler im Sinne der strafprozessualen Ermittlungstätigkeit bei Brandstiftungen.

Bargeld-Dokumentenspürhund

Der Bargeld- und Dokumentenspürhund ist trainiert, Banknoten, gefälschte Banknoten und Dokumente (Österreichischer Reisepass, EU-Reisepass) zu erkennen und dem PDHF anzuzeigen. Das  benötigte Ausbildungsmaterial wird von der Österreichischen Nationalbank und der Österreichischen Staatsdruckerei zur Verfügung gestellt. Diese Spezialausbildung wurde aufgrund einer Initiative des BK ins Leben gerufen.

Operative Einsatzmöglichkeit – Nutzen

Zeit und Ressourcen sparende Unterstützung bei straf- und finanzprozessualen Ermittelungstätigkeiten im Bereich der organisierten Kriminalität.

Lawinenverschüttetensuchhund

Der Lawinenverschüttetensuchhund ist trainiert, Personen nach Lawinenabgängen zu finden und dem PDHF anzuzeigen.

Operative Einsatzmöglichkeit – Nutzen

Zeit und Ressourcen sparende und daher lebensrettende Unterstützung nach Lawinenunfällen.

Zugriffshund

Der Zugriffshund wird im Rahmen der vom EKO - Cobra wahrgenommenen Aufgaben eingesetzt und dient der Verbesserung der polizeilichen Erfolgsaussichten, sowie der Risikominimierung für die eingesetzten EB und das polizeiliche Gegenüber bei der Fixierung von Zielpersonen.

Operative Einsatzmöglichkeiten – Nutzen

EKO – Cobra

Durch Einbeziehung des Zugriffshundes im Rahmen des Einsatzes können die Gefahren für bedrohte Personen, das Gegenüber und die eingesetzten Exekutivkräfte herabgesetzt werden. Dies geschieht unter besonderer Verwirklichung des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit, da die Folgen des Polizeidiensthundeeinsatzes kalkulierbar sind und der Einsatz von Schusswaffen verhindert werden kann.