KB-Schulung Fährte 07./09.09.2019

Unter der Leitung von Herrn Ernst Denk fand das KB-Fährtenlegerseminar in der OG 140 Gleinstätten statt!

 

 

 

 

 

 

 

Der Wettergott meinte es nicht gut mit uns am Anfang: wer bereits am Freitag anreiste – es goss in Strömen; Samstag und Sonntag waren durchwachsen – aber das tat keinen Abbruch: das Wetter stand im puren Gegensatz zum geistreichen, erfahrungsreichen und spannenden Fährtenleger-Seminar von Leistungsrichter Ernst Denk.

Nach einem gemütlichen Stelldichein der TeilnehmerInnen bei Kaffee und Kuchen in der vorzüglichen Küche der OG führte uns LR Ernst Denk in die Grundlagen der Fährtenarbeit ein und brachte die Prüfungsordnung im Detail näher.

Detailliert wurde in diesem theoretischen Teil des Seminars den TeilnehmerInnen der Aufbau und die Struktur der Fährten von der IGP-1 bis zur IGP-FH nähergebracht, die Formen, Längen, Schenkel, Winkel, Gegenstände und deren Wertigkeiten, Legen der Fährte, Liegezeit, Ausarbeitungszeit, Verleitungen uvm. Die zahlreichen praktischen Beispiele von LR Ernst Denk in diesem Part ließen uns erkennen, dass gut ausgebildete Fährtenleger einen wesentlichen und erfolgreichen Beitrag zum Erfolg des Fährtenhundes leisten können. Neben der Vermittlung dieser Wertehaltung wurden die TeilnehmerInnen bereits in diesem theoretischen Teil laufend mit der Anfertigung von Fährtenskizzen und -plänen, sowie der Erstellung von Zeitplänen für Ortsgruppenprüfungen gefordert. Ein lebhafter, spannender Theorieteil mit laufenden Interaktionen und wertvollem Austausch.

Nach dem ausgezeichneten Mittagsessen in der OG 140 begann die Realität – ab ins Gelände. Und wie staunten wir? Es war ein Obstgarten mit zahlreichen Bäumen. Die Aufgabenstellung war eindeutig: die Theorie in die Praxis umzusetzen – jeder sollte eine IGP-3-Fährte legen, eine brauchbare Fährtenskizze mit den erforderlichen Schnittpunkten zur eindeutigen Positionierung des Ansatzes, der Fährte und aller Gegenstände anfertigen – und dies alle im selben Gebiet – startend von unterschiedlichen Ausgangspunkten – eine besondere Herausforderung.

In der Folge mussten alle angehenden Fährtenleger dem Seminarleiter und der gesamten Truppe die Fährte abgehen und präsentieren, rein an den Schnittpunkte lt Skizze orientierend und ohne auf den Boden zu schauen, sowie selbstverständlich genau vor den Gegenständen stehenbleiben und verharren – wir staunten nicht schlecht über diesen Anforderungs- und Schwierigkeitsgrad. Und bei diesem eigenen „Fährtensuchen“ erhielten wir zahlreiche Optimierungs- und Praxisvorschläge, die wir dankend annahmen.

Zweiter Tag – Prüfungstag. Nach einem tollen Frühstück bei Kaffee und zahlreichen Mehlspeisen in der OG 140 – den Küchenfeen sei Dank – hatten wir die Möglichkeit den ersten Tag zu reflektieren, Fragen zur Fährtenlegerpraxis und zur Prüfungsordnung zu diskutieren und uns noch einige Tipps abzuholen. Dann hieß es: ab in die Fahrzeuge und neuerlich ins Gelände!

Alle TeilnehmerInnen mussten neuerlich auf dem Gelände des Vortages, bewaffnet mit dem Abgangsstock, den Gegenständen und einem Notizblock, eine Prüfungsfährte legen und einen optimale Fährtenskizze anlegen. Wir waren durchaus angespannt, insbesondere diejenigen, die sich entschlossen haben, die Prüfung zum Fährtenleger zu absolvieren. Uns schwirrten die zahlreichen Geschehnisse durch den Kopf, die am Vortag nur eingeschränkt optimal funktionierten und jeder versuchte sein Bestes zu geben.

Die Skizze der Fährte und die Fährte mussten LR Ernst Denk vorgeführt werden – beides wurde penibel kontrolliert. Umso glücklicher waren die Prüflinge in der Folge über den ersten bestandenen Teil der Prüfung.

Nach diesen „Aufregungen“ wurden wir mit einem tollen Mittagsessen am frühen Nachmittag im Vereinsheim der OG 140 verwöhnt – Suppe, Salat, Hauptspeise, Nachspeise – einfach zum Schlemmern.

Aber da war noch was: 2. Teil der Prüfung – Werte und Haltung der Fährtenleger und Theorie Prüfungsordnung für Fährtenleger.

Einzeln mussten die Prüflinge noch Stellung zu Fragen nehmen, wie insb der Einstellung zum Fährtenlegen, zur Vorbereitung des Fährtenlegens, der Fährtenaufsicht, den allgemeinen Bestimmungen in der Prüfungsordnung und den einzelnen Fährtentypen im Detail, wie insb Länge, Dauer, Schenkel, Winkel, Anzahl der Gegenstände, Verleitungen und wie man dem Hund durch das Legen die Arbeit erleichtert etc.

Mit dem erfolgreichen Abschluss für die TeilnehmerInnen ging es in der OG 140 in einen gemütlichen und stimmungsvollen Ausklang über – ein besonderer Dank gilt der OG 140 und dem Obmann Gerd Rossegger für die gelungene und tolle Organisation des Seminars.

Dieses Seminar von LR Ernst Denk kann nur jedem Fährteninteressierten wärmsten empfohlen werden; sei es zur früheren Orientierung für die Fährtenarbeit, für Führer von Fährtenhunden und insbesondere für angehende Fährtenleger. Facettenreich, methodenreich und reich an Erfahrungen für die Fährtenpraxis werden die Inhalte des Fährtenlegens vermittelt. Mit der Anmeldung hat man die Chance zwei spannende und lehrreiche Tage zu verbringen. (Der Verfasser hat selbst am Seminar als Prüfling teilgenommen und führt erfolgreich einen IFH-2 Hund.)

Mag. Giermaier Gerhard

 

KB FL OG 140 2KB FL OG 140 3KB FL OG 140 4